Lipödem / Lipolymphödem FAQ

Was ist das Lipödem bzw. Lipolymphödem?

Dieses Krankheitsbild ist erst seit einigen Jahren als solches erkannt und definiert worden. Nach der medizinischen Definition ist es gekennzeichnet durch:

  • Vermehrung und ödematöse Veränderungen des Unterhautfettgewebes
  • Fettverteilungsstörungen vor allem an Ober- und Unterschenkeln.

Auffallend sind weiterhin eine vermehrte Schmerzhaftigkeit und Berührungsempfindlichkeit sowie die Neigung zu Blutergüssen bei nur leichtem Anstoßen.

Wer ist vom Lipödem / Lipolymphödem betroffen?

Die Krankheit tritt fast ausschließlich bei Frauen ab dem Ende der Pubertät auf, eine familiäre Häufung wird beschrieben. Der genaue Auslöser ist nicht bekannt. Es besteht meist eine große Diskrepanz zwischen schlanken, zierlichen Oberkörper und unproportional dicken Beinen, die sich oft darin äußert, dass die Patientinnen “zweigeteilt“ sind: Während an Oberteilen Größe 38 passt, brauchen sie Hosen in Größe 42 oder größer.

Die Patienten neigen zu Beinödemen nach längerem Stehen, die vermutlich auf einer erhöhten Kapillardurchlässigkeit beruhen. Unbehandelt nimmt die Schwellung im Laufe der Jahre zu als Folge eines zunehmenden Versagens des Lymphtransportes. Es tritt vermehrt Lymphe aus den Kapillaren, der Abtransport ist durch die vermehrten Fettläppchen aber blockiert. Es entwickelt sich ein Lipolymphödem.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Lipödem bzw. Lipolymphödem?

Lange galt eine Entstauungstherapie mit Lymphdrainagen und darauf folgendem Anlegen straffer Kompressionsverbände bwz. von Kompressionsstrümpfen als einzige Therapieoption beim Lipödem. Aufgrund des meist jungen Erkrankungsalter der Patientinnen und der Notwendigkeit einer lebenslangen Durchführung stellt diese Behandlung eine enorme Belastung für die Betroffenen darstellt.

Die Therapie des Krankheitsbildes durch Liposuktion (Absaugung des vermehrten Fettgewebes) hat sich in den letzten 10 Jahren etabliert und gilt heutzutage als sichere und effektive Therapiealternative, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

Dann  kann das Krankheitsbild mit gutem Erfolg durch eine bzw. meist mehrere Liposuktionen behandelt werden.

In welchem Stadium sollte bei Lipödem operiert werden?

Aufgrund der allmählichen Entwicklung eines Lymphödems bei über Jahre bestehenden Lipödem ergibt sich die Forderung einer frühen Diagnosestellung und Therapie, um in frühen Stadien bei noch intaktem Lymphsystem zu operieren und diese Entwicklung zu verhindern.
Bei vielen der früher als „kosmetisch“ eingestuften Liposuktionswünschen von „dicken Beinen“ handelt es sich eigentlich um Lipödempatientinnen, für die eine lege artis durchgeführte Liposuktion eine Therapie darstellt, die oft ihr Leben verändert.

Wie gestaltet sich der postoperative Verlauf?

Eine prä- und postoperative Lymphdrainage wird empfohlen. Kompressionsdressings sollten für mindestens 8 Wochen getragen werden. Danach sind aber Kompressionsstrümpfe und -verbände nicht mehr nötig.
Die Beurteilung eines operierten Areals kann nach 6-8 Monaten erfolgen, dann sollte auch über eventuelle Zweiteingriffe entschieden werden.
Insgesamt kann die Lebensqualität für die betroffenen Patienten enorm gesteigert werden.

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