Chemisches Peeling und Dermabrasion

Was ist Chemisches Peeling?

Es handelt sich um das gezielte und dosierte Abtragen der Haut (Schälbehandlung) bis zu unterschiedlichen Tiefen mit dem Ziel, eine Regeneration der Haut zu erreichen.

Je nach verwendeter Substanz und Anwendungsart können verschiedene Hautebenen erreicht werden.
Am häufigsten kommen gut verträgliche, oberflächliche Peelings (auch „ Erfrischungs-„ oder Softpeels genannt) zur Anwendung, die die Hautqualität verbessern. Sie entfalten ihre Wirkung in den obersten Hautschichten und können problemlos als sogenannte „lunch time procedures“ durchgeführt werden, d.h. es entstehen keine Ausfallzeiten für den Patienten.
Um mehr Effekt  auf  die „Hautarchitektur“ (Fältchen, Fehlpigmentierungen) zu erreichen, können auch stärkere Peelings mit Erreichen tieferer Hautschichten eingesetzte werden.
Eine komplette Peeling-Behandlung besteht immer aus 3 Phasen: Vorbereitung, eigentliche Peeling-Kur und Nachbehandlung. Eine Peeling-Kur sollte als mehrmonatiges Programm geplant werden.

Was ist Dermabrasion?

Was ist unter einer Dermabrasion (Hautabschleifung) zu verstehen?

Oberflächliche Hautschichten können nicht nur durch Laserenergie oder chemische Peelingsubstanzen, sondern auch mechanisch mit einer sehr feinen, speziell für die gezielte Abtragung von Hautschichten hergestellten hochtourigen Präzisionsfräse abgetragen werden. Dieser Vorgang wird Dermabrasion d.h. Hautabschleifung genannt. Die Dermabrasion eignet sich zur Abtragung umschriebener Hautareale, zum Beispiel um den Mund bei feinsten Fältchen und wird in einer örtlichen Betäubung durchgeführt.

Frucht-Säure-Peelings (Soft Peelings)

Fruchtsäure heißen chemisch Alpha-Hydroxysäuren, daher die Abkürzung AHA. Sie kommen in Früchten, aber auch als Stoffwechselprodukte im menschlichen Körper vor. Sie bewirken einen oberflächlichen Softpeeling, d.h. in der Regel ist die Aktivität des Patienten in Freizeit und Beruf im Anschluss an dem Peeling nicht eingeschränkt.
Die Fruchtsäuren werden im Allgemeinen aus natürlichen Rohstoffen (Weintrauben, Äpfel, Zitronen, Rohrzucker, Milch) gewonnen. Die aus Rohrzucker gewonnene Glykolsäure wird am häufigsten verwendet und ist am besten erforscht. Aufgrund ihrer kleinen Molekülgröße dringt sie besonders gut in die Haut

  • AHA’s als Exfolians: Durch Lösen der Kittsubstanz zwischen den Hornzellen wird die Hautstruktur verfeinert/verbessert, die dünnere Hornschicht wirkt kompakter, schützt die Haut besser und fördert die Feuchtigkeitsspeicher
  • AHA’s als Zellstimulans: Die proliferationsfördernde Wirkung hat einen Aufbau der Epidermis zur Folge. Die Zahl der Bindegewebszellen und die Hydratation steigen an; Faltentiefen werden gemindert
  • AHA’s als Qualitätsverbesserer: Die Qualität der Haut wird durch die Zunahme aktiver, vitaler Zellen  bei Abnahme der Hornhautschwiele verbessert
  • AHA’s als Schutz: Der physiologische Schutz der Haut wird durch Unterstützung des Säureschutzmantels mit Hemmung des Bakterienwachstums unterstützt
  • AHA’s  als Vehikel: Auflösung der obersten Schicht eröffnet den Weg für nachfolgende Substanzen
  • Die Haut wird glatter und straffer, feine Knitterfältchen werden gebessert
  • Porengröße und Hyperpigmentierungen können gelindert werden
  • Die Hautstruktur und die Spannkraft bessern sich

Mitteltiefe Peelings

Durch Anwendung höher konzentrierter Fruchtsäuren oder stärkerer Präparate kann die Tiefenwirkung des Peelings gesteigert werden. Auch die Kombination verschiedener Säuren (Jessner Lösung, TCA-Lösung) kann zu einer stärkeren Wirkung führen. Ziel ist eine intensivere Erneuerung der Hautschichten. Da hierbei eine sichtbare, stärkere Schälwirkung ausgelöst wird (Bildung von Krusten und Schuppen), muss man eine entsprechende Abheilungsphase von 7 bis 10 Tagen einplanen.

Chemisches Peeling und Dermabrasion FAQ

Peeling bedeutet „schälen“. Tatsächlich zielen Peelingverfahren darauf ab, die obersten Hautschichten dosiert abzuschälen. Dadurch regeneriert sich die Haut wieder und wirkt danach frischer und verjüngt. Beim chemischen Peeling wird die Ablösung bestimmter Hautschichten durch das Aufbringen chemischer Stoffe, meist Säuren (Furchtsäure oder Trichloressigsäure = TCA) bewirkt. Wie tief die Haut abgelöst wird, kann durch Konzentration und Einwirkdauer der aufgebrachten Lösung variiert werden.

Peelingverfahren eignen sich zur Behandlung feinster Fältchen, Hautunregelmäßigkeiten und Pigmentflecken. Da die Haut danach für einige Zeit empfindlicher auf Sonnenlicht reagiert, sollten Peelings idealerweise in der kalten Jahreszeit durchgeführt werden.

Es kann insbesondere bei Menschen, die hierzu neigen, zum Auftreten von Herpes labialis (Fieberbläschen) oder Infektionen kommen, weshalb vorbeugend entsprechende Medikamente empfohlen werden. Die neugebildete Haut ist sehr lichtempfindlich. Um unschöne Überpigmentierungen zu vermeiden ist hoher Lichtschutz für ca. 3 Wochen nach der Behandlung erforderlich. Bei allen Methoden ist darauf zu achten, dass keine tieferen Hautschichten verletzt werden, da sonst Pigmentverschiebungen oder sogar Narben zurückbleiben könnten. Deshalb sollte die Behandlung immer von Ärzten durchgeführt werden, die Erfahrung in der jeweiligen Methode haben.

Direkt nach der Behandlung ist die Haut stark gerötet und nässt, vergleichbar einer Schürfwunde. Die Neubildung der oberflächlichen Hautschichten dauert zwischen 5 und 10 Tagen. Die anschließende Rötung der neuen Haut hält je nach Methode unterschiedlich lange an: Nach chemischem Peeling und Hautabschleifung bis zu 3 - 6 Wochen, nach Laserbehandlung bis zu 6 - 12 Wochen zum Teil auch noch länger. Nach etwa 7 - 10 Tagen kann dies jedoch mit Make-up abgedeckt werden.

Weltneuheit: Retinol als Peeling

Viele kennen den Vitamin-A-Säure-Abkömmling Retinol als hochwirksame Anti-Aging-Substanz in Hautcremes. Die Anwendung von Vitamin-A-Derivaten in Cremes kann sowohl zur Prophylaxe als auch Therapie von Lichtschäden der Haut eingesetzt werden. Sie gehören zu den wenigen Anti-Aging-Substanzen für die Haut, deren Wirkung durch klinische Studien wissenschaftlich belegt ist.

Vitamin-A-Säure kann die typischen Zeichen der Hautalterung wie z.B. Falten, Elastizitätsverlust, Pigmentunregelmäßigkeiten und Verhornungsstörungen deutlich reduzieren. Es stimuliert die Teilungsrate der Epidermiszellen (Oberhaut) und damit die Zellerneuerung.

Weiterhin zeigen Vitamin-A-Präparate positive Effekte auf den Kollagenstoffwechsel: Die Kollagenneubildung wird angeregt, gleichzeitig wird der Effekt der kollagenabbauenden Metallproteinasen gehemmt. Hierdurch kann die Hautdicke gesteigert werden.

Da es sich um ein kleines fettlösliches Molekül handelt, das gut durch die oberste Hautschicht dringt, eignet sich Retinol zum Einschleusen in die Haut als Peeling Substanz.

Dabei dringt es durch die Oberhaut bis in die obere Dermis (Lederhaut) und damit tiefer als Fruchtsäure-Präparate. Hierdurch bewirkt es einen stärkeren Schäleffekt.

Es werden drei Peeling-Sessions im Abstand von 4 bis 6 Wochen empfohlen.

In den Intervallen werden den Patienten Homecare-Produkte, die den Effekt zwischen den Peels optimal unterstützen, zur Verfügung gestellt.

Diese enthalten die patentierten Anti-Aging-Booster NeoCitrate® (auf Zitronensäure basierende Technologie) und Aminofil™ (N-Acetyl-Tyrosinamid = Abkömmling der für die Kollagensynthese wichtigen Aminosäure Tyrosin; wirkt von innen aufpolsternd durch Erhöhung des Kollagen- und Glykosamin-Anteils der Haut). Beide erhöhen die Hyaluronsäure und Kollagenexpression und werden in den Pflegepräparaten kombiniert mit Vitamin E als Radikalfänger und Bisabolol zur Hautberuhigung.

Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Gestartet wird nach Ausschluss von Kontraindikationen mit einem 3% Retinol Peeling, das in aller Regel ohne Brennen oder Schmerzen gut vertragen wird. Je nach Hautempfindlichkeit kann es unterschiedlich lang auf der Haut verbleiben und wird dann durch den Patienten selbst abgewaschen.

Der Schälprozess setzt nach ca. 2 Tagen ein und kann weitere 2 bis 3 Tage anhalten. Empfohlen werden 3  Peels jeweils im Abstand von 4 bis 6 Wochen. Dazwischen werden die abgestimmten Pflegepräparate angewendet.

Die Retinol-Peeling Kur ist ein intensives Verfahren für alle, die gezielt gegen ungleichmäßig pigmentierte, raue oder fahle Haut vorgehen wollen. Kleine Knitterfältchen werden geglättet, Poren verkleinert. Gleichzeitig wird die Haut von innen aufgebaut und gestärkt, so dass sie wieder praller ist.

ACHTUNG: Das Retinol-Peeling ist kein Lunchtime Peel, da die Haut danach eher speckig aussieht. Man darf nicht in die Sonne!

Am besten sollte die Behandlung donnerstags oder freitags eingeplant werden, damit der Schälprozess übers Wochenende stattfinden kann!

Erwünschte Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen:

  • Knitterfältchen und feine Fältchen ⇒ Straffung der Haut
  • Hyperpigmentierungen, Altersflecken, fahler Hautton ⇒ ebenmäßiger, strahlender Teint
  • vergrößerte Poren, Aknenarben ⇒ Porenverkleinerung, Narbenverbesserung
  • rauhe Haut ⇒ weichere Haut
  • vorübergehende Rötung
  • Haut ist vorübergehend empfindlicher
  • und sonnenempfindlicher