Entwarnung des BfArM für Botox und Co

Obwohl Botulinumtoxin, kurz Botox, nun schon seit 30 Jahren als Medikament eingesetzt wird, ist es immer noch so spannend, dass immer wieder reißerische Artikel in den Medien auftauchen. Leider werden dabei oft die Fakten verdreht, falsche Zahlen genannt. Erst jetzt, Anfang September, ging wieder eine solche Welle, die auf Halbwahrheiten beruhte, durch die Presse.

Diesmal gab es am 3.9. vom Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit und Medikamente BfArM eine klare Stellungnahme (www.bfarm.de).
Zusammengefasst:

  • Botulinumtoxin ist eine hochwirksame Substanz, deren medizinische Anwendung durch Ärzte mit besonderer Erfahrung vorgenommen werden sollte.
  • Es gibt keinen einzigen Fall, in dem der Zusammenhang zwischen Gabe von Botulinumtoxin und einem Todesfall bewiesen ist.
  • Berichte über schwerwiegende oder gar tödlich verlaufene Nebenwirkungen nach Anwendung von Botulinumtoxin zu kosmetischen Zwecken liegen dem BfArM nicht vor.

So viel Aufmerksamkeit, was steckt dahinter?

„Botox“ ist faszinierend, da es eine unglaublich gute Wirksamkeit hat und viele Indikationen damit behandelt werden können.
Die ästhetische Botulinumtoxin Therapie als eine der vielen Anwendungen ist weltweit und in Deutschland der am häufigsten durchgeführte ästhetische Eingriff.
Die inzwischen unter strengsten Kontrollen hergestellten Botulinumpräparate sind Medikamente, die mit dem immer wieder kursierenden „Giftbegriff“ der Urform nicht zu vergleichen sind.
Aber natürlich ist auch klar: Ein Präparat das Wirkung zeigt, kann bei falscher Dosierung und Anwendung auch Nebenwirkungen haben.
Das ist bei allen Therapien so.

Wie hoch die Sicherheit des medizinisch eingesetzten Botulinumtoxin ist, zeigte die Zulassung zweier Botulinumtoxin Präparate im Jahre 2006 für die ästhetische Indikation der Zornesfalte in Deutschland. Um das zu ermöglichen, mußten ausgedehnte Studien zur Langzeiteffekten und Sicherheit an mehreren tausend Patienten vorgelegt werden.

Herrn Dr. Sommer und einigen weiteren, ebenfalls schon jahrelang mit dieser Therapie erfahrenen Kollegen lag und liegt die Sicherheit von Therapie und Anwendung so sehr am Herzen, dass mit dem Zwecke der Information, Erforschung und vor allem auch Ausbildung unter seiner Anregung 2006 die Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botulinumtoxin Therapie DGBT gegründet wurde. Ein spannendes und lohnendes, aber auch sehr arbeitsintensives Projekt (www.dgbt.de)